Ferienstart im Stau: Küstenregionen melden volle Betten, volle Straßen

01.04.2026


Autofahrer in Richtung Nord- und Ostsee müssen sich rund um Ostern auf deutlich mehr Verkehr und längere Fahrzeiten einstellen. Nach Einschätzung des ADAC wird die große Mehrheit der Urlauber trotz gestiegener Kraftstoffpreise mit dem eigenen Pkw oder Wohnmobil anreisen. Besonders der Großraum Hamburg gilt als neuralgischer Punkt: Als stark belastet gelten die Autobahnen A1 (Bremen – Hamburg – Lübeck) und A7 (Hannover – Hamburg – Flensburg). Auch auf der A23 (Hamburg – Heide), der A24 (Hamburg – Berlin) und der A20 (Lübeck – Rostock – Stettin) rechnet der Automobilclub mit dichtem Verkehr.

Als verkehrsreichster Tag auf den Autobahnen rund um die Küstenregionen gilt laut ADAC der Gründonnerstag. Auch am Vormittag des Karfreitags ist mit starkem Reiseverkehr zu rechnen, während am Ostermontag die Rückreisewelle für zusätzliche Verzögerungen sorgen dürfte. Hinzu kommt, dass auf dem Weg zu den Ferienorten mehrere Baustellen zu Engpässen führen. Auf der A7 bleibt insbesondere der Bereich rund um den Elbtunnel ein ständiges Nadelöhr, da die Autobahn nördlich und südlich des Tunnels weiter ausgebaut wird.

Parallel zu den erwarteten Staus melden die Küstenländer eine robuste Nachfrage. Die Unterkünfte in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sind nach Angaben der regionalen Tourismusorganisationen gut gebucht, die Tourismusagentur Schleswig-Holstein spricht von einer insgesamt soliden Buchungslage. Beliebte Ziele wie die Insel Sylt und der Ostseeort Heiligenhafen berichten bereits von hoher Auslastung. Die landeseigene MV Tourismus GmbH bewertet die stabile Nachfrage als erfreulich, verweist aber auf die weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen.

Besonders ins Gewicht fallen dabei die hohen Spritpreise. „Insbesondere die gestiegenen Kraftstoffpreise verschärfen in einem Urlaubsland, in dem 84 Prozent der Gäste mit dem Auto oder Wohnmobil anreisen, die Situation“, sagte MV-Tourismuschef Peter Kranz. Auch die Bahn ist für viele Reisende keine unkomplizierte Alternative: Wegen umfangreicher Bauarbeiten, darunter die weiter gesperrte Strecke Berlin–Hamburg, müssen Fahrgäste mit zahlreichen Fahrplanänderungen rechnen. Damit bleiben die Straßen trotz Kosten- und Infrastrukturproblemen das wichtigste Nadelöhr in die norddeutschen Ferienregionen.